die Tradition
Der Weinanbau in den "Sarni Feldern", nach dem Ort Sardis oder Sarnis benannt, wo im Jahre 589 die Vermählung des Langobardenkönigs Autari mit der Tochter der Bajuwarenkönige Theolinde stattgefunden hatte, ist auf althergebrachte Traditionen zurückzuführen.
Die ersten Hinweise des Weinanbaus auf dem Gut gehen auf das zehnte Jahrhundert n.Ch. zurück, als der Bischof von Verona Nokterius, einige seiner Grundbesitze des Lagarinatals, Wiesen Wälder und Weingärten um den Ort Sarnis, dem Bischof von Trient zur Nutznießung übergab. Eine Urkunde bestätigt außerdem, daß es zu jener Zeit schon Weingärten gab, auch wenn das gesamte Gebiet hauptsächlich von Wäldern umgeben war.
Erst drei Jahrhunderte später jedoch verstärkten die Kamillianer ( der Orden war bis 1656 in San Leonardo), mit neuen Methoden den Weinanbau in ihrem Kloster. Deren Hospitium, das einst den Notleidenden Unterschlupf gab, ist heute friedliche "Unterkunft" unserer Weinfässer.
Ab dem XVIII Jh. begann man auf immer größere Anfrage hin, mit dem gewohnten Qualitätsbewußtsein des Gebiets, wirklich guten Wein zu erzeugen und den Besuchern auszuschenken. Dabei wandte man sich an den Gutsverwalter Cristoforo Migazzi, zuerst Erzbischof, dann Kardinal in Wien, Nachkomme des Fürstengeschlechts Migazzi, Eigentümer des Guts seit Anfang des achtzehnten Jahrhunderts.
Zu jener Zeit schon besaß das untere Lagarinatal und das Gebiet der Sarni Felder eine eigene "Winzerseele", mit Eigentümlichkeit bedacht und verwurzelt in der Vorstellung von kleiner Heimat und geschlossener Gemeinschaft. Man wollte auch verschiedene Wege gehen, mit einer europäischeren und "aufklärerischeren" Manier um die Zone von Rovereto, gegenüber dem konservativen Geist des nördlichen Teils des Gebiets um Trient.
Historisch gesehen hat in dieser Umgebung die lokale Spezies des Lambrusco (mit rundem Blatt) ihr natürliches Habitat gefunden, die vor dreißig Jahren 25% des bewirteten Bodens ausmachte und heute bei 12.5% liegt. Neben dieser besonderen Lambruscosorte, die ursprüngliche Wurzeln des Weinanbaus im unteren Trentino hat und heute oftmals in Vergessenheit geraten ist, haben anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts, zur Zeit des Wiederaufbaus nach der Weinpest, Rebsorten wie Cabernet, Merlot, Pinot Grigio, Lagrein, Chardonnay und Pinot Nero ihre ideale Lebensumgebung gefunden.
Carlo Guerrieri Gonzaga, dieser langen Winzertraditionen bewußt, versuchte, nach enologischen Studien, Erfahrungen in Frankreich und in der Toscana, der Beratung eines großen Weinexperten wie Dr. Giacomo Tachis, die außergewöhnlichen Fähigkeiten dieses terroirs hervorzuheben und Jahr für Jahr mit strenger Auslese der Rebsorten, Pflege der Weingärten, Genauigkeit bei den Verfahren im Keller, Weine zu erzeugen, die dieses Potential unterstreichen und betonen.
